Bildname
Raub, Mord und Brand
„R A U B R I T T E R"
zwischen
Heide, Harz und Weser
(Braunschweig, Hannover, Hildesheim …)
Streifzüge ins ausgehende Mittelalter -
nach den Quellen dargestellt

Das Mittelalter an sich, und mehr noch das faszinierende Ritterwesen mit seinem erhabenen Geist, erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Doch kaum ein anderes Phänomen wie das spätmittelalterliche anarchische Raubrittertum hat die Phantasie des Volkes in so hohem Maße beflügelt. So ranken sich zahlreiche Sagen und Erzählungen von Raubrittern um trutzige Höhenschlösser oder um die geheimnisumwitterten Mauerreste verfallener Burgruinen. Der Volksmund erblickt noch heute - nicht ganz zu Unrecht - in fast jedem zweiten Rittersitz ein Raubnest, von dem aus Raubritter ihr Unwesen trieben.
Das Geschehen um diese oft in landschaftlicher Einsamkeit gelegenen Stätten in unserer Region kennen zu lernen, muss da einen zusätzlichen Reiz ausüben, zumal in einer Zeit, in welcher die mittelalterliche Fehde zu Raub- und Brandzügen gegen hilflose Fuhrleute, Dörfer und kleine Städte entartete.
Diesem Thema hat sich der Autor in aller Ausführlichkeit gestellt und führt den Leser in eine Epoche, die weniger romantisch, doch von einem besonders hohen Maß an Friedlosigkeit geprägt war. Insbesondere während des 14. Jahrhunderts nahmen die immer grausamer werdenden Fehden und Räubereien des Adels in ihrer Anzahl und Brutalität zu. So mangelt es in unserer Geschichte nicht an verwegenen Gestalten und zugleich Mitgliedern der namhaftesten Adelsfamilien wie den Haudegen und Abenteurern Heinrich von Veltheim und Cord von Steinberg, Claus Barner, Raubritter Herwig von Uetze oder dem Adelsrebellen Borchard von Saldern, wie auch die von Saldern auf ihrem Raubschloss Lichtenberg immer für Schlagzeilen gut sind. Keineswegs weniger bedeutend waren die von Schwicheldt zur Harzburg und anderenorts, die von Mandelsloh zu Mandelsloh und (Schloss-)Ricklingen usw. Selbst den berüchtigten Räuber Lippold - mit seinem grauenvollen Sagenschatz -, der von seiner festungsartig ausgebauten Felsenhöhle bei Brunkensen (Alfeld) aus sein Unwesen trieb, haben wir zu berücksichtigen. Der Reigen spannt sich bis hin zu all den nicht minder spektakulären Vorbildern wie den Raubgrafen von Spiegelberg an der Weser, dem bösen Herzog Otto von der Leyne und dem Herzog Friedrich Turbulentus (nomen est omen), um nur einige der prominentesten Vertreter zu nennen. Sie hatten die unterschiedlichsten Motive, waren oft fromm und auf ihre Ehre bedacht, doch sie taten sich als Wegelagerer hervor; manchmal fast ihr ganzes Leben lang geächtet und vogelfrei, gingen sie mehr oder weniger rechtmäßig ihren Fehden nach und scherten sich nicht um Gesetz und Moral. Insbesondere dank des umtriebigen Quaden, der keiner Fehde aus dem Wege ging, waren auch die Ritterbünde der Sterner- und Sichelgesellschaft und ihr Kampf gegen die militanten Raubhorden der Bengeler zu berücksichtigen. Ebenso haben wir Berührungspunkte zu den Raubgrafen von Regenstein, zur Ermordung Dietrichs von Wernigerode und zu den weitberüchtigten Brüdern von Quitzow aus dem märkischen Raubadelsgeschlecht. Das an den Tag gelegte Gewaltspektrum reicht von frühen Raubtaten der Placker und Landverderber, welche die Gegend - noch zur Hochblut des edlen Rittertums - drangsalierten, über die Exzesse des Quaden bis hin zum Krieg gegen deren Raubfesten und Zwingburgen, die allmählich unter dem alliierten Bombardement der städtischen und landesfürstlichen Donnerbüchsen in Schutt und Asche sanken. Und wir werden erleben, dass weder hierin noch in einer etwa gewachsenen Moral und inneren Einsicht, und schon gar nicht in der Folge eines Reichsgesetzes der Grund für die allmähliche Abnahme der Fehden zu suchen ist.
Das allemal dramatische Szenario lässt die unglaublich abenteuerliche Realität einer vergangenen Epoche auferstehen. Dabei wird auch das Schicksal der ohnehin gedrückten und unter dem ewigen Rauben, Brennen und Plündern des seinerzeitigen Fehdeterrors zusätzlich leidenden und dabei ja völlig unschuldigen Landbevölkerung nicht ausgespart.
Bei alledem wartet der Autor nicht mit ausgedachten oder überzeichneten Geschichten auf, sondern mit recherchierter Geschichte, und die gereicht allemal zu einer spannenden Darstellung, welche den Leser zu binden vermag. So entführt das Buch in eine faszinierende ferne Welt, an welche gerade noch einige, jedoch imposante Relikte erinnern.

2007, 416 S., 96 Abb.
ISBN 978-3-9803642-6-3
Preis: 19,90 € (inkl. 7% Mwst., zuzügl. Versandkosten, s. AGB)

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Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Zum Quellenbegriff Raubritter - Mentalität und Standesmoral
Riden un roven is kein schand, dat tun de besten von den land.
Wie aber kam es zu dem Phänomen des Raubritters?
Armutsthese, Verfall und Dekadenz?
Verarmter Adel
Raubfürsten?
Junker, selbst Landesherren als Raubritter und Straßenräuber
Rechter und unrechter Raub
Was ist überhaupt Recht?
Undurchsichtige Verhältnisse
Zur rechtmäßigen Fehde
Zusammenhang mit territorialen Auseinandersetzungen
Amtleute - Gewalt von Amts wegen
Als Adam pflügte und Eva spann, wo war da der Edelmann?
Schlägst du meine Bauern, schlag ich deine Bauern …
Gutsherrenmentalität und Bauernschinden
Besitz, Rechte und Pflichten
Leibhaftige Exempel
Frühe Raubzüge
Zustände im Mittelalter: Herrenstand, Vasallen, Leibeigene
Maßnahmen gegen Fehde und Raubritterunwesen
Gottes- und Landfriedensbündnisse
Missbrauch des Landfriedens
Städtische Selbsthilfe
Unser edler Adel: Fast nichts gewohnt als Rauben und Morden …
Koalitionen gegen Landfriedensbrecher
Ritterbünde
F e h d e w e s e n
Raubzüge Grubenhagener Welfen
Geschehen im Bistum Hildesheim
Lüneburger Erbfolgekrieg - welfisches Erbe steht auf dem Spiel
Auswirkungen auf das mittlere und südliche Niedersachsen!
Unsichere Verhältnisse
Die Ära Ottos des Quaden
Der Quade und seine wilde Ritterschaft
Maßnahmen zur Erhöhung der städtischen Sicherheit
So ließ der nächste Schlag nicht lange auf sich warten
Auch nach des Quaden Verdrängung ging der Terror weiter
Die jungen Herzöge wandelten noch in den Fußstapfen ihres bösen Lehrmeisters
Zur Lilienvente
In Braunschweig war für den Quaden nichts mehr zu holen …
Erneuter Raubkrieg gegen die Herrschaft Lüneburg
Nahtlos geht es in die nächste Fehde
Die Ritterschlacht bei Beinum
Auch Hannover erwehrt sich seiner Burgen
Welfische Gier nach Machterweiterung an der mittleren Leine und Weser
Gier nach der Grafschaft Everstein
Gier nach der Grafschaft Hallermund
Gier nach der Herrschaft Homburg
Weitere Bündnisse, die Raubritterburgen auszuräuchern
Krieg gegen die Schwicheldts
Raubritter Herwig von Uetze
Raubzüge zielten in die Marken
… und erschlugen jeden des Namens von Veltheim
Schutz und Beistand für den Handelsmann
Friedrich Turbulentus und seine Beraubung des päpstlichen Legaten
Große und kleine Fehden
Fehden zwischen den Städten Hildesheim und Braunschweig und ihren jeweiligen Landesherren
Der Ritter im Mönchsgewand und die Stiftsfehde
Burchardt von Saldern zieht plündernd und brennend durchs Land
Claus Barner, der letzte Stiftsritter
Die Schlacht bei Sievershausen
Zeit der Not und Drangsale
Die Stadt Hildesheim hat viele Feinde
Mordbrennerbanden - Freibeuter im Auftrage des Herzogs?
Geld vom Papst
Zum großen Stadtbrand von Einbeck im Jahre 1540
Ewiger Landfriede
seine Durchsetzung hat auf sich warten lassen
Die Fehden nahmen allmählich ab
Wandel der Rechtsvorstellungen?
E x k u r s
Militante Kirchenfürsten
Moralische Instanz?
Geistliche und Fehdeführung
Raubgraf und Raubbischof
Klöster wurden nicht verschont
Die Burg:
Burgverlies und Geiselhaft
Namhafte Gefangene unserer Region
Zur Besatzung
Zur Belagerungstechnik
XXXXXXx
Braunschweiger Hexenbuch - 1. Auflage - Hexenverfolgung in Hannover-Calenberg - Räuberbanden zwischen Harz und Weser - Kreuzzüge und Ketzerverfolgung - Buch- u. Papiergeschichte - Kundeninformation/AGB - Links - Hildesheimer Hexenbuch - Packende Regionalgeschichte zwischen Harz und Weser - Impressum - Hexen-Braunschweig-2. Auflage - Goldmacher