Titelbild von Baldung

Joachim Lehrmann

Für und wider den Wahn

Hexenverfolgungen im Hochstift Hildesheim
erstmals dargestellt
und
Ein Streiter wider den Hexenwahn
Niedersachsens unbekannter Frühaufklärer (Justus Oldekop)
Justus Oldekop


Es gibt wohl kaum ein dramatischeres und zugleich irrwitzigeres Thema in der Geschichte schlechthin.
Ein Vortrag des Verfassers zu der Situation der Hexenverfolgung in unserer Heimat vor einem hiesigen Geschichtsverein legte den Grundstock zu diesem, für das Bistum Hildesheim noch unaufgearbeiteten Terrain und zeigte, welch ein Potential hier noch unbearbeitet brach lag.
Folglich wird in der vorliegenden Darstellung erstmals der Versuch unternommen, für etwa das Gebiet des alten Hochstifts Hildesheim die faszinierende Epoche der Hexenverfolgungen zu dokumentieren, so problematisch sich dies heute auch gestaltet.
Dabei handelt es sich um die Geschichte eines religiösen Wahns, der auch in unserer Heimat seine Spuren mit einigen Highlights hinterlassen hat - allen Aktenverlusten zum Trotz.
Aber gerade aus Hildesheimer Sicht ergab sich im Verlaufe der Arbeit auch die außerordentlich seltene Situation, dieses grundsätzlich negativ belegte Thema sogar in gewisser Hinsicht positiv darstellen zu können, denn - und auch dies findet erstmals seine Veröffentlichung - es ist die Stadt Hildesheim, der ein engagierter Kämpfer gegen den Hexenwahn ansich entstammt!
Das ist umso bemerkenswerter, als der bereits aus namhaftem Hildesheimer Geschlecht entstammende Jurist Justus Oldekop es vermochte, sich in hohem Maße über den Geist seiner Zeit zu erheben: Im Gegensatz zu seinen berühmteren Mitstreitern Weyer, Tanner, A. Prätorius, Hexenpater v. Spee etc., welche schlechthin als die Vorkämpfer gegen den Hexenprozess gelten, dämonologisch großenteils aber alles beim Alten ließen, focht der angesehene Hildesheimer (der sich übrigens lange in Braunschweig aufhielt und hier seinen Monsterprozess erleben musste) nicht nur wie diese aus Mitleid mit den armen Opfern gegen die Qual der Folter und die ungerechten Gerichtsverfahren, sondern Oldekop bekämpfte zudem den Wahn ansich, mithin die theologischen Grundlagen des Wahns! Dabei agitierte er literarisch und in direktem Widerspruch den ob seiner Härte berüchtigten führenden deutschen Strafrechtslehrer des 17. Jahrhunderts, Benedict Carpzov (1595-1666), der synonym für eine abermalige Verschärfung des Hexenprozesses stand.
Selbstlos, furchtlos, energisch und in einer Zeit, als die Scheiterhaufen auch bei uns noch brannten und das Einschreiten zugunsten der Opfer noch immer gefährlich war, erhob er seine Stimme der Vernunft.
Zu diesem schwarzen Kapitel in unserer Kulturgeschichte kam der Verfasser im Zuge seiner Ahnenforschung durch die Ermittlung einiger Hexen als persönliche Vorfahren.
Weitergehende Forschungen ließen das Buch Hexen- und Dämonenglaube im Lande Braunschweig entstehen, dem nun ein sicherlich nicht weniger packendes für das Bistum Hildesheim an die Seite gestellt sei.
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2003, 272 S., 23 Abb.
ISBN 978-3-9803642-3-2
Preis: 14,90 € (inkl. 7% Mwst. zuzügl. Versandkosten, s. AGB)

Lehrmann-Verlag
Inh.: Mareile Lehrmann
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Titelcover: Für und wider den Wahn

Nachsatz:
Friedrich v. Spee wurde für seine Verdienste von der Bundesrepublik Deutschland durch die Herausgabe einer Briefmarke geehrt.
Der etwa zeitgleiche Justus Oldekop, weit kämpferischer und moderner in seinen Anschauungen, war bis zu dieser Buch-Veröffentlichung in den wichtigsten Städten seines Wirkens schlicht nicht bekannt. Mit ihm haben die Städte Hildesheim, Braunschweig und Halberstadt einen neuen großen Sohn. In Halberstadt hat man dies erkannt. Entsprechend wurde ein Beitrag von mir im wiss. Jubiläumsband 1200 Jahre Bistum Halberstadt (Städtisches Museum Halberstadt, 2004) aufgenommen: Justus Oldekop, Kämpfer gegen den Hexenwahn und Frühaufklärer (S. 149 - 162).
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